Auf Sonnenfang mit Solarthermie

Solarthermie nutzt die Wärme der Sonnen­strahlen. Dank staatlicher Förderung und angesichts steigender Energie­preise sind Solar­kollektoren wirtschaftlich attraktiv.

Solarthermie oder Photovoltaik: Was glitzert denn da?

Ist von Solarenergie die Rede, dann ist meist Photovoltaik gemeint: der direkte Stromgewinn aus Sonnenlicht. Viele Haus­eigentümer*innen können von der kostenlosen Wärme der Sonnen­strahlen profitieren und sie zum Heizen und Warm­wasser­bereiten einsetzen. Solar­kollektoren auf dem Dach machen es möglich. Die blauen Flach­kollektoren, die Photo­voltaik­modulen zum Verwechseln ähnlich sind, sieht man bereits auf vielen Dächern. Meist erwärmen sie das Brauch­wasser. Doch immer mehr Eigentümer*innen möchten mit einer Solar­thermie-Anlage auch ihre Heizung unterstützen. Hierzu eignen sich besonders Vakuum­röhren­kollektoren. Sie sind etwas effizienter als die flachen Solar­module und man kann mit entsprechend weniger Kollektor­fläche planen. Die Röhren sind allerdings teurer. Staatliche Förderung gibt es für beide Systeme.

Dach + Sonne = Wärme!

Eine vier­köpfige Familie im 140 Quadrat­meter großen Eigenheim kann jährlich rund 800 Kilogramm Kohlen­dioxid sparen.*

Dach mit Kollektoren

Das Grund­prinzip der Solarthermie ist einfach: Die schwarzen Absorber­flächen der Kollektoren nehmen die Wärme auf, welche die Sonne mit ihren Strahlen aufs Dach schickt. Die thermische Energie wird an einen flüssigen Wärme­überträger abgegeben, der zwischen den Kollektoren und einem mit Wasser gefüllten Wärme­speicher zirkuliert. Ein spiralförmiger Wärme­tau­scher im unteren, kalten Bereich des Speichers sorgt dafür, dass die thermische Energie der Solar­anlage berührungslos auf das Trinkwasser oder an das Heizungs­system übertragen wird. Die abgekühlte Wärme­träger­flüssigkeit wird wieder aufs Dach gepumpt und der Kreislauf beginnt von vorn. 
Mit Sonnenenergie durchs ganze Jahr: Nach Berechnungen der Verbraucher­zentrale lohnt sich eine solar­thermische Anlage ab einem Warm­wasser­bedarf von etwa 40 Kubikmetern pro Jahr. Wer etwa ein beheiz­bares Schwimm­becken hat, profitiert besonders. Denn die Sonne liefert ihre Energie frei Haus und Solarthermie-Anlagen sind günstig im Betrieb.

Erdgas mit Solarthermie – die ideale Kombination

Clever: Überschüssige Solar­wärme, die nicht gleich zum Duschen oder Heizen genutzt werden kann, lässt sich zu Hause einfach und kosten­günstig aufbewahren. Große Puffer­speicher, wie sie heute in vielen modernen Heizungen ein­gebaut sind, halten das Wasser für längere Zeit auf der ein­gestellten Temperatur. Hat das Wasser zum Beispiel 50°C erreicht, schaltet sich die Um<<wälz­pumpe der Solar­anlage ab. Es ist jetzt genau richtig zum Duschen oder für die Heizung. Sinkt die Wasser­temperatur unter 45°C, springt die Pumpe wieder an. Und wenn die Solar­wärme nicht aus­reicht, wird im oberen Teil des Speichers das Wasser über einen zweiten Wärme­tauscher, der zum Beispiel an eine klassische Gas-Brennwert­heizung angeschlossen ist, auf die nötige Temperatur gebracht.

Erdgas sorgt für warmes Wasser

Lohnt sich Solarthermie?

Solarkollektoren speisen auch dann Wärme ein, wenn die Sonne nicht kräftig scheint. Im Jahresdurchschnitt decken solarthermische Anlagen 60 Prozent des Warmwasserbedarfs, im Sommer 100 Prozent. Zur Raumheizung steuern Solarkollektoren im Jahresdurchschnitt immerhin 25 Prozent bei. Das schont die Umwelt, spart Heizungs- und CO2-Kosten. Mit einer elektrischen Wärmepumpe können Hauseigentümer*innen den Anteil erneuerbarer Energien und damit ihren Beitrag zum Klimaschutz noch weiter erhöhen.

Staatliche Förderung senkt die Kosten
Bei Solarkollektoren, die Heizwärme und Warmwasser für ein 110 m2 großes Einfamilienhaus liefern, sollte man inklusive Installation mit Investitionskosten in Höhe von etwa 10.000 Euro rechnen, bei reiner Warmwasserbereitung sind es rund 5.000 Euro. Staatliche Fördermittel senken jedoch die Kosten.
Solarthermie gilt außerdem als robust und langlebig. Eigentümer*innen können mit einer Betriebsdauer von mindestens 20 Jahren rechnen. In dieser Zeit haben sie die Anschaffungskosten auf jeden Fall wieder drin. Mit weiter steigenden CO2-Kosten rückt der Zeitpunkt der Amortisation immer weiter nach vorne. Denn für nicht verbrauchtes Erdgas muss auch kein CO2-Preis bezahlt werden.

Wie groß muss eine Solarthermieanlage sein?

Ist Ihre Heizung veraltet? WESTFALICA unterstützt Ihr Modernisierungs­­projekt mit attraktiven Lösungen: von der Beratung über den Einbau bis zum Betrieb der neuen Gas­heizung. Auch mit Solarthermie.

Energie durch Sonnenlicht

Wichtig für die Wirtschaftlich­keit der Solar­thermie ist die richtige Dimen­sionierung. Als Faust­regel gilt: Für die reine Brauch­wasser­erwärmung benötigt man bei Flach­kollektoren anderthalb Quadrat­meter pro Person, bei den effizienteren Röhren­kollektoren reicht ein Quadratmeter. Unterstützt die Anlage zusätzlich die Heizung, sind drei beziehungs­weise zwei Quadratmeter die Regel.
Außerdem müssen Größe und energetischer Zustand des Gebäudes in die Berechnung einfließen. Auf jeden Fall sollten sich Haus­eigentümer bei der Planung professionelle Unterstützung holen. WESTFALICA-Experte Frank Diederich berät Sie gern:

05731 244-237

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Solarthermie auf einen Blick

Eine Solarthermie-Anlage besteht aus Kollektoren, einem Pufferspeicher und einer Regeleinheit mit Pumpe. Die Sonnenstrahlen erhitzen im Kollektor eine Wärmeträgerflüssigkeit, meist Wasser und Glykol. Diese wird zu einem Pufferspeicher geführt und gibt ihre thermische Energie über einen Wärmetauscher an das Brauchwasser für Küche und Bad ab. Kombi-Solaranlagen erhitzen zusätzlich das Heizungswasser. Sie entlasten die Erdgasheizung in den Übergangsmonaten und im Winter. Auch Geschirrspüler und Waschmaschine lassen sich ans Warmwasser anschließen. Die Pumpe sorgt für Bewegung im Solarkreislauf.

So funktioniert Solarthermie

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*Das Klimaportal „co2online“ hat dazu eine Beispielrechnung aufgestellt: Eine vierköpfige Familie im 140 Quadratmeter großen Eigenheim hat 15 QuadratmeterFlachkollektoren auf dem Dach und einen 1.000-Liter-Pufferspeicher im Keller installiert. Im Vergleich zu einem Gas-Brennwertkessel ohne solare Unterstützung von Heizung und Warmwasserbereitung vermeidet die Familie damit jährlich rund 800 Kilogramm Kohlendioxid. Um diese Menge an Treibhausgas auf anderem Weg auszugleichen, müssten jedes Jahr rund 60 Bäume gepflanzt werden.

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